Main-Donau-Bodensee-Weg (HW 4)

Der Hauptwanderweg 4 erstreckt sich von Würzburg am Main bis nach Friedrichshafen am Bodensee und durchquert dabei die unterschiedlichen Landschaftsräume des östlichen Baden-Württemberg. Zahlreiche kulturelle und landschaftliche Attraktionen finden sich entlang des Weges, der den Wanderer auf 408 Kilometern vom Taubergrund über die Hohenloher Ebene, über die Schwäbische Alb und über Oberschwaben bis zum Bodensee führt. Jede Region besticht dabei mit ihrem eigenen Charme und Charakter. Im Lonetal trifft man auf Höhlen, die wegen ihrer 40.000 Jahre alten kostbaren Funde zum Unesco-Weltkulturerbe gehören.

HW 4

Würzburg am Main mit der Festung Marienberg, der historischen Altstadt und umgeben von Weinbergen, bildet den Startpunkt des HW 4. Von der Alten Mainbrücke an verläuft der HW 4 entlang des Mains, verlässt diesen bei Ochsenfurt und erreicht bei Creglingen das Taubertal. Vorbei an der Herrgottskirche folgt der HW 4 dem Taubertal und seinen Höhen bis nach Rothenburg ob der Tauber. Hier lohnt sich ein Rundgang durch den malerischen mittelalterlichen Stadtkern. Im weiteren Verlauf verlässt der HW 4 das Taubertal und durchquert die fruchtbaren Höhen der Hohenloher Ebene mit ihren kleinen Weilern und kleinräumigen Wechseln von Wald und Flur. Immer wieder bieten sich entlang des Weges hübsche Ausblicke auf die umgebende Landschaft. Nördlich von Crailsheim wird dann das Jagsttal mit seinen zahlreichen Mühlen erreicht. Der HW 4 führt den Wanderer nach Westen über den Burgberg, mit dem gleichnamigen Aussichtsturm des Schwäbischen Albvereins, hin zu den bewaldeten Höhen der Ellwanger Berge. Dort wird der Hohenberg mit seiner Jakobuskirche erklommen, eine waldfreie Kuppe, die einen herrlichen Blick über die Wälder der Umgebung bis hin zum Albtrauf bietet. Dieser ist das nächste Ziel des HW 4 und wird, vorbei am Ortsrand von Ellwangen, schließlich bei Aalen erreicht. Auf seinem Weg über die Schwäbische Alb kann der Wanderer verschiedene Quelltöpfe bewundern – vorbei am Kocherursprung bei Unterkochen über den Albuch zum Brenz- und Pfefferursprung bei Königsbronn. Hierbei wird auch die europäische Wasserscheide überschritten, die die Abflussgebiete Richtung Rhein (Nordsee) bzw. Donau (Schwarzes Meer) trennt. Ab Heidenheim an der Brenz folgt der HW 4 dem Brenztal nach Süden, vorbei am ehemaligen Benediktinerkloster in Anhausen, der ehemaligen Burg Falkenstein und weiter durch das Lonetal.

Hohenloher Ebene (Foto: Thomas Pfündel/Eva Walter)  Ruine Falkenstein im Eselsburger Tal (Foto: Thomas Pfündel/Eva Walter)

Die Vogelherdhöhle ist eine der sechs Höhlen im Lone- und Achtal, die wegen ihrer wertvollen Funde aus der Eiszeit zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Unter den rund 50 zwischen 35.000 und 43.000 Jahre alten Funden ist das Elfenbein-Mammut (Vogelherdhöhle) und der Löwenmensch (Hohlenstein-Stadel). In Langenau trifft der HW 4 auf den HW 2, und beide Wege verlaufen gemeinsam nach Ulm. In Ulm lohnt ein Aufstieg auf das Münster mit prächtigem Rundumblick vom Turm.

Entlang der Iller geht es weiter nach Süden bis nach Erolzheim. Dann biegt der HW 4 nach Westen ab, vorbei an der barocken Klosteranlage in Ochsenhausen, vorbei am Wurzacher Ried, einem der bedeutendsten Hochmoorgebiete in Deutschland zum Kurort Bad Waldsee mit einer sehenswerten historischen Altstadt.

Die Landschaft Oberschwabens besticht durch eine von der Eiszeit geprägte Landschaft mit Moränen und Flusslandschaften, kleinen Dörfern und dem Wechsel von Wald und Flur. Hier überschreitet der Wanderer ein zweites Mal die europäische Wasserscheide. Bis Bodnegg durchquert der Weg das Württembergische Allgäu und erreicht in Waldburg den mit 722 m höchsten Punkt des Wegs. Von dort an dominieren Hopfenanlagen und Apfelbäume das Landschaftsbild bis nach Tettnang. Kurz darauf wird der Endpunkt des HW 4 erreicht, der Bodensee bei Friedrichshafen. Dort lohnt der Aufstieg zum Moleturm, der den Wanderern zum Abschluss einen schönen Blick auf den Bodensee ermöglicht.

Blick vom Ulmer Münsterturm (Foto: Thomas Pfündel/Eva Walter)  Flussstimmung im Illertal (Foto: Thomas Pfündel/Eva Walter)

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