Heuberg-Allgäu-Weg (HW 9)

Der Hauptwanderweg 9 befindet sich im südlichen Teil des Vereinsgebiets des Schwäbischen Albvereins. Von Spaichingen aus verläuft er auf 182 Kilometern von der Südwestalb entlang des Bodensees und über Oberschwaben hinein ins Württembergische Allgäu bis hin zum Schwarzen Grat. Der HW 9 zeigt sich sehr vielfältig, wechseln in seinem Verlauf doch einsame Abschnitte auf der Schwäbischen Alb und im Allgäu mit belebten Abschnitten entlang des Bodenseeufers.

HW 9

Der HW 9 beginnt am Südwestrand des Großen Heubergs in Spaichingen und führt hinauf auf den Dreifaltigkeitsberg. Neben der Besichtigung der Wallfahrtskirche und der Ringwälle als Reste jungsteinzeitlicher und keltischer Siedlungsspuren lohnt die Aussicht auf das Albvorland, die Baar und den Schwarzwald. Es folgt eine stille Waldwanderung durch das Birental und das Ursental bis zur Donau bei Nendingen.

Der HW 9 überquert die Donau und führt über Neuhausen ob Eck mit seinem sehenswerten Freilichtmuseum weiter durch die flachhügelige Moränenlandschaft des Hegaus bis nach Stockach; hier lohnt sich ein Rundgang durch die Altstadt. Beim Haldenhof oberhalb Sipplingen erblickt der Wanderer erstmals den Bodensee und folgt dann den Höhen oberhalb des Überlinger Sees. Immer wieder bieten sich dabei schöne Ausblicke. Sehenswert sind auch der Hödinger und der Spetzgarter Tobel, zwei durch Bäche tief eingeschnittene Erosionsschluchten.

Dreifaltigkeitsberg mit Wallfahrtskirche (Thomas Pfündel/Eva Walter)

Bei Überlingen erreicht der HW 9 schließlich das Ufer des Bodensees, dem der Weg nun über ca. 40 km folgt, mit einer Vielzahl kultureller Höhepunkte am Wegesrand. Nach der Überlinger Altstadt folgt die Wallfahrtskirche Birnau, deren prunkvolle Innenausstattung den Betrachter nahezu überwältigt. In Unteruhldingen wartet das Freilichtmuseum mit einem rekonstruierten Pfahlbautendorf auf. Mit weiteren 111 Pfahlbaufundstellen (davon 11 am Bodensee und in Oberschwaben) zählt der Ort zum UNESCO-Weltkulturerbe »Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen«. In Meersburg lohnt ein längerer Aufenthalt. Neben der historischen Altstadt und beeindruckenden Schlossanlagen bietet die Stadt, umgeben von Weinbergen, schöne Ausblicke auf den Bodensee mit der gegenüberliegenden Insel Mainau und auf die Schweizer Alpen. Im weiteren Verlauf bis zur ehemaligen badisch-württembergischen Grenze bei Immenstaad bestimmt der Wein- und Obstanbau rund um das Winzerdorf Hagnau das Landschaftsbild. In Friedrichshafen lohnt sich neben dem Spaziergang an der Seepromenade auch ein Besuch des ehemaligen Klosters Hofen. Im Eriskircher Ried, einem bedeutenden Standort der Sibirischen Schwertlilie, verlässt der HW 9 den Bodensee. Vorbei am Wallfahrtsort Mariabrunn mit sehenswerter Kirche erreicht der Wanderer die Hopfenstadt Tettnang, deren Altstadt vom bekannten Renaissanceschloss dominiert wird. Im weiteren Verlauf durchquert der HW 9 das Württembergische Allgäu. Es wird ruhiger, nach dem Trubel am Bodensee. Vorbei an Weilern, Höfen, Baumwiesen und über Weiden führt der HW 9 den Wanderer nach Wangen und weiter nach Isny im Allgäu, beides ehemalige freie Reichsstädte, die malerische, geschlossene Alstadtensembles aufweisen. Östlich von Isny wird schließlich das große zusammenhängende Waldgebiet der Adelegg erreicht. Der HW 9 endet am Schwarzen Grat, mit 1.118 m Höhe der höchste Berg Württembergs mit unserem Aussichtsturm.

Schwarzer Grat

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