Etappenbeschreibung HW 4
Die nachfolgenden Etappenbeschreibungen sowie Bilder wurden uns freundlicherweise vom GWP-Verlag zur Verfügung gestellt.
Ausführliche Beschreibungen der Etappen finden Sie in den beiden Wanderführern – erhältlich bei uns im Online-Shop: GWP Wanderführer – Main-Donau-Bodensee-Weg (HW 4) Nord und Main-Donau-Bodensee-Weg (HW 4) Süd
Etappe 1 | Würzburg – Ochsenfurt | 22,0 Km
Der Main-Donau-Bodensee-Weg ist von Beginn bis zum Ziel traumhaft. Dies erweist sich bereits bei der Anreise zum Startpunkt: Würzburg ist sowohl wegen der Architektur seiner Altstadt als auch die landschaftliche Lage betreffend wundervoll! Deshalb sollte genügend Zeit für einen ausgiebigen Besuch der fränkischen Metropole eingeplant werden. Die Route beginnt an der Alten Mainbrücke in der Nähe des Rathauses, zu Füßen der Festung Marienberg. Die ersten Kilometer sind nicht spektakulär, doch der Main und die typisch fränkischen Örtchen an seiner Seite formen eine tolle Atmosphäre. Sie sind vom Weinbau geprägt. In urigen Stuben und Gaststätten werden regionale Spezialitäten angeboten. Der Panoramaweg eröffnet hinter Sommerhausen herrliche Ausblicke auf das begnadete Land. Ziel ist Ochsenfurt mit seiner pittoresken Altstadt. Große Teile der ehemaligen Befestigung sind noch erhalten. Daher wird es auch „Stadt der Türme“ genannt.
Etappe 2 | Ochsenfurt – Aub | 21,1 Km
Am Rand von Ochsenfurt beginnt das Thierbachtal. Bis Ende des 20. Jahrhunderts verlief im engen Geländeeinschnitt die Gaubahn. Auf deren ehemaligem Damm ist heute ein reizvoller Weg angelegt. Der HW4 folgt ihm bis an den Rand von Tückelhausen. Der Ort ist Heimat eines imposanten Kartäuserklosters. Daraufhin schwenkt die Route aus dem Tal auf die Weiten des Ochsenfurter Gau. Sanfte Hügellandschaft geht in schier endlose Fluren über. Kleine Dörfer wie Hopferstadt oder Gülchsheim liegen darauf verstreut. Ländliche Ruhe und fränkischer Charme lassen wahren Genuss am Wandern aufkommen. Von den Anhöhen dürfen die Blicke über das Land schweifen. Auf dem letzten Stück ans Ziel orientiert sich der Weg an einem Mühlkanal der Gollach. Ein verträumter Pfad folgt dem plätschernden Nass bis an den Rand von Aub. Auf dem hübschen Marktplatz ist die Etappe gemeistert.
Etappe 3 | Aub – Creglingen | 17,5 Km
Erstes Ziel ist die Ruine Reichelsburg. Sie ist nur einen Katzensprung vom Etappenbeginn, dem Marktplatz im kleinen Städtchen Aub, entfernt. Der Burgplatz lässt die einstige Größe der Anlage vermuten. Wuchtige Mauerreste und ein Bergfried steuern ihren Teil bei. Ein Höhepunkt der heutigen Strecke schließt sich unmittelbar an: das idyllische Gollachtal. Am naturbelassenen Fluss verläuft keine Straße. Wundervolle Stille herrscht an seinen Ufern. Vor einer Schleife bei Burgerroth steigt der HW4 zur Kunigundenkapelle auf. Einsam steht das Kirchlein auf einem Bergsporn. Beinahe mystisch mutet der Ort auf dem Alten Berg an. Von ihrem Vorplatz bietet sich ein toller Ausblick. Es geht ins Tal und gleich wieder hinauf zur Sechselbacher Höhe. Erneut öffnen sich die endlosen Weiten der fränkischen Landschaft. Burg Brauneck rückt ins Sichtfeld. An ihr zieht der Weg vorbei in das malerische Niedersteinach. Durch Schirmbach ist es bis Creglingen nicht mehr weit. Das letzte Stück verläuft auf einem Kulturlandschaftspfad. Neben interessanten Informationen zum ehemaligen örtlichen Weinbau bietet er schöne Aussichtspunkte auf das Taubertal. Ziel ist die Alte Tauberbrücke am Eingang zur Altstadt.
Etappe 4 | Creglingen – Rothenburg | 22,1 Km
Hauptsächlich das idyllische Taubertal prägt diese Strecke. Gemeinsam mit herrlicher Ruhe in dünner Besiedlung wird sie zum echten Genuss. Start ist an der Alten Tauberbrücke in Creglingen. Das Bauwerk bildet mit Fluss und Altstadt im Hintergrund ein tolles Ensemble. Der Weg führt mitten durch das beschauliche Zentrum. Dahinter schließt sich ein schönes Tal an. Auf dessen Sohle fließt der Hergottsbach. Etwa auf halber Distanz zum Stadtteil Münster steht die Herrgottskirche. Ihre Architektur und besonders der Innenraum mit dem kunstvollen Altar sind sehenswert. Aus der Ortschaft geht es hinauf auf die stillen Höhen über der Tauber. Der Wechsel aus Flur, Wald und kleinen Dörfern wie Finsterlohr gestaltet eine interessante Kulisse. Dahinter geht es bei Tauberscheckenbach ins Tal. Es leitet fortan bis ans Ziel nach Rothenburg. Die 8 Km bis dort verlaufen größtenteils ein Stück über der Sohle. Dadurch öffnen sich wundervolle Ausblicke. Der letzte Anstieg leitet an den westlichen Rand der Stadt. Rothenburg ist ein Inbegriff für mittelalterliche Stadtbilder in Deutschland. Gemeinsam mit der umgebenden Landschaft und seiner noch intakten Befestigung aus Mauern und Türmen formt es ein überwältigendes Bild. Endpunkt ist der Eingang in den herrlichen Burggarten.
Etappe 5 | Rothenburg – Hausen | 14,4 Km
Etappenbeginn ist der Burggarten am Westrand von Rothenburg ob der Tauber. Der HW4 selbst leitet nicht durch die Altstadt. Dennoch sollte ein Besuch der malerischen Gässchen mit den kunstvollen Fachwerkgebäuden und dem mittelalterlichen Flair eingeplant werden. Das erste Stück leitet entlang der Stadtmauer an ihre Südspitze. Dort erfolgt der Abstieg zur Mündung der Schandtauber. Ihr völlig naturbelassenes Tal ist traumhaft und ein echter Ruhepol der heutigen Strecke. An der Hammerschmiede geht es von der Sohle hinauf an die Hangkante. Sie leitet bis kurz vor die Mittelmühle. Hier quert die Route das Flüsschen und erreicht darauf Bettenfeld. Es folgen sonnige Fluren. Sie lassen keine spektakulären, aber interessante Blicke auf das Land zu. Von Metzholz zieht der Weg an Gammesfeld vorbei durch ein Waldstück und geradewegs dem Endpunkt entgegen. Hausen am Bach ist ein kleiner, charmanter Ort. Das Ziel ist leicht zu finden. Es ist die schöne Kirche mitten im Dorfkern.
Etappe 6 | Hausen – Wallhausen | 15,5 Km
Auch wenn die Besiedlung zunimmt, diese Teilstrecke ist weiterhin von Ruhe geprägt. Gleich hinter Hausen wartet grüner Wald. Er bildet den Auftakt zu einer interessanten, aus Fluren, Forsten und Siedlungen zusammengesetzten Etappe. An seinem Südrand liegt der Weiler Reinsbürg. Von ihm geht es hinauf nach Reubach. Die erhöhte Position ermöglicht einen kurzen Ausblick. Vorbei an einer ehemaligen Torfgrube, die heute ein Naturschutzgebiet ist, strebt die Route zurück in einen landschaftlichen Wechsel. Haine und Felder geben sich in kurzen Abständen ein Stelldichein. Vor Schainbach lädt ein idyllischer Weiher zur Rast ein. Die Ortschaft ist schnell durchschritten und das Ziel Wallhausen liegt direkt voraus. Zuvor überschreitet der HW4 den Hundsrücken. Auf ihm präsentiert sich eine tolle Aussicht über die Hohenloher Ebene. Der Marsch durch die Gemeinde ist etwas verwinkelt. Der Endpunkt ist dennoch einfach zu finden. Er liegt vor dem Rathaus in Nähe der hübschen St. Veit Kirche.
Etappe 7 | Wallhausen – Crailsheim | 16,4 Km
Interessanter könnte sich ein Abschnitt kaum gestalten. Flusstäler, Ausblicke, Klosterreste und eine charmante Stadt. Abmarsch ist am Rathaus in Wallhausen. Bis ins nahe Jagsttal soll eine Hochebene beschritten werden. Sonnige Fluren gestalten den Weg. Mitten darin ein kurioses Bild: die meterhohe, frei stehende Anhäuser Mauer mit kunstvollen Steinmetzarbeiten. Sie ist das Überbleibsel einer Kapelle und eines Klosters, das einst an dieser Stelle stand. Hinter Bölgental beginnt der Abstieg an die idyllische Jagst. Ein erster wunderbarer Punkt für eine Rast sind die Grundmauern der ehemaligen Heinzenmühle. Der Fluss wird die Route bis an die naturbelassene Mündung der Gronach und fortan immer wieder begleiten. Ein schöner Pfad schließt sich an und nach kurzem Aufstieg aus dem Tal geht es über die Kernmühle nach Neidenfels. Noch einmal soll das schöne Gewässer besucht werden: Ein kurzes Gastspiel an der Weidenhäuser Mühle führt in die wilde Teufelsklinge. Dahinter grüßt in etwas Entfernung bereits das Etappenziel, Crailsheim. Vom Aufhof darf ein herrliches Stadtpanorama genossen werden. Endpunkt ist der zentrale Omnibusbahnhof und erneut das Ufer der klaren Jagst.
Etappe 8 | Crailsheim – Gründelhardt | 14,0 Km
Der ersten Meter leiten durch den Crailsheimer Stadtteil Altenmünster. Die Strecke an den Rand der Siedlungen ist überschaubar und bald säumen wieder grüne Wiesen den Weg. Vom Kreuzberg bieten sich schöne Ausblicke zurück und voraus. Markant ragt die Spitze des Aussichtsturms auf dem Burgberg aus dem Wald. Er weist die Richtung zum ersten Ziel. Dazwischen liegen weitläufige Wälder voller erholsamer Stille und kleinen Naturschönheiten wie dem Weiher im Baierbacher Rain. Von der Kaiserlinde erklimmt ein Pfad das letzte Stück auf die 534 m hohe Bergkuppe. Wanderheim und Turm sind an Wochenenden und Feiertagen geöffnet. Doch auch ohne sie präsentieren sich an den Flanken der Erhebung tolle Panoramen bis hin zu den Dreikaiserbergen und dem Trauf der Schwäbischen Alb. Durch das Tal des Lanzenbachs ist bald Oberspeltach erreicht. Der folgende Abschnitt ist wenig spektakulär. Dafür rückt das Ziel in greifbare Nähe. Hinter dem Banzenweiler soll abschließend der Nonnenkappel überschritten werden. Zu seinen Füßen liegt Gründelhardt, der Endpunkt dieser Etappe.
Etappe 9 | Gründelhardt – Ellwangen | 22,2 Km
Erneut steht eine sehr abwechslungsreiche Etappe an. Hinter Gründelhardt geht es zunächst durch verschiedene Weiler und Gehöfte über eine sanfte Hügellandschaft. Offene Fluren bieten Gelegenheit, die Blicke schweifen zu lassen. Dahinter nimmt der Waldanteil zu. Idyllische Orte wie der Fleckenbachsee gestalten die Wanderung zum Genuss. Ebenso die sich anschließenden stillen Forste bis Geiselrot. Hinter ihnen präsentiert sich bereits der wörtliche Höhepunkt dieser Etappe, der Hohenberg. Zuvor führt die Route durch das beschauliche Rosenberg, dann beginnt der Aufstieg zum 570 m hohen Gipfel im Herzen der Ellwanger Berge. Sein Haupt wird von der hübschen Jakobuskirche gekrönt. Sie ist Teil des Jakobswegs und das gesamte Land liegt ihr zu Füßen. Die überwältigend schöne Aussicht reicht von Hohenlohe und der Frankenhöhe bis hin zur Schwäbischen Alb. Eine lockere Mischung aus Wald und Flur schließt sich an. Darin eingebettet liegt ein weiterer See, der Glasweiher. Er bringt erneut Vielfalt ins Spiel. Ebenso wie der anschließende herrliche Pfad bis zur Ölmühle. Ziel ist Rotenbach, ein Stadtteil von Ellwangen. Die Distanz bis in die schöne Altstadt ist mit 1,4 Km fußläufig gut zu meistern.
Etappe 10 | Ellwangen – Oberalfingen | 11,6 Km
Es geht an den Trauf der Schwäbische Alb. Diese Etappe kann von Geübten mit der folgenden kombiniert werden. Weil jedoch der Albaufstieg nicht zu unterschätzen ist, sei die heutige Distanz als Einzeletappe ausgewiesen. Von Ellwangen-Rotenbach führt der Weg zunächst über die Jagstauen nach Schrezheim. Der Sizenbach und das Hohe Feld bringen hinter dem Weiler Schleifhäusle landschaftliche Abwechslung in die Wanderung. Ab und an kann von den Höhen ins Land geblickt werden, bevor sich hinter Schwenningen ruhiger Wald anschließt. In ihm befindet sich das sanfte Tal des Strütbachs, ein wahrhaft idyllischer Ort. Zuvor besteht die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher zu einem rekonstruierten römischen Wachposten zu machen. Am Rand des Forstes verlief einst der Limes. Noch einmal zieht die Route über sonnige Fluren und durch einen kleinen Hain zum Bahnhof Goldshöfe. Das verbleibende Stück ist ein Spaziergang. Direkt voraus erhebt sich der imposante Albtrauf. Zu seinen Füßen bettet sich das Ziel, Oberalfingen.
Etappe 11 | Oberalfingen – Unterkochen | 14,1 Km
Oberalfingen liegt am Fuße der Schwäbischen Alb. Im kleinen Stadtteil von Aalen beginnt die Etappe. Der erste Aufstieg führt an der ehemaligen Burg Hohenalfingen vorbei. Von der Festungsanlage ist nicht mehr viel zu sehen. Die darauf stehenden Wohngebäude sind in Privatbesitz und können nicht besichtigt werden. Dafür öffnen sich bis dort wundervolle Ausblicke. Dies gilt auch für den anschließenden Abschnitt über dem Brunnental. Dahinter folgt der zweite Anstieg auf die Albhöhe und ausschließlich schöner Wald. Stille und idyllische Plätze wie die Jägerwiese bilden herrliche Ruhepole. Kurz vor dem Ziel beginnt der Abstieg zu einer echten Naturschönheit. In einem engen Tal entspringt der Weiße Kocher. Das Quellgebiet, in dem das klare Nass aus schroffen Felsen rinnt, ist ein Ort zum Rasten und Entspannen. Der Weg verläuft direkt an den plätschernden Wassern. Der Endpunkt selbst liegt auf einem Höhenrücken über Unterkochen. Bis an den Bahnhof und ins Zentrum ist es ein knapper Kilometer.
Etappe 12 | Unterkochen – Heidenheim | 20,9 Km
Die letzte Etappe der Nordhälfte wartet nochmals mit allem auf, was eine Wanderung interessant macht. Startpunkt ist der Höhenrücken über dem Aalener Stadtteil Unterkochen. An ihm beginnt der Aufstieg in die herrlich stillen Wälder östlich des oberen Kochertals und am Rande des Härtsfelds. Der Marsch über den Zwerenberg und durch die grünen Gefilde stimmt auf das Zwischenziel Königsbronn ein. Auf einem Bergsporn, dem Flachsberg, öffnet sich ein herrlicher Blick auf die Gemeinde. Nicht weit vom ehemaligen Kloster liegt ein traumhaftes Naturschauspiel: In sattem Blau präsentiert sich an der Basis einer Felswand der Quelltopf der Brenz. Er ist wunderbar anzusehen und ein toller Ort für eine Rast. Gleich dahinter geht es zum Stürzelhof hinauf. Ein kurzer Abstecher führt zum Burgplatz der Ruine Herwartstein. Von ihm können nochmals die Gemeinde und das schöne Tal überblickt werden. Erneut schließen sich tiefe Forste an. Sie öffnen sich erst am Hahnenschnabel wieder. Auf dem Bergsporn präsentiert sich im Hintergrund einer interessanten Heidelandschaft Heidenheim an der Brenz. Die Innenstadt bettet sich zu Füßen ihres Wahrzeichens, Schloss Hellenstein. Gemeinsam bilden sie ein interessantes und gleichzeitig charmantes Bild. Der Etappenendpunkt befindet sich kurz davor am Bahnhof.
Etappe 13 | Heidenheim – Lonetal | 18,7 Km
Der Auftakt zur Südhälfte des Main-Donau-Bodensee-Wegs trumpft mit Abwechslung und viel Wanderfreude auf schönen Fußpfaden. Der Start mitten in Heidenheim sollte es nicht vermuten lassen, aber vor allem ruhige Forste prägen die Strecke. Der erste Höhepunkt ist wörtlich zu nehmen und thront weithin sichtbar über der Stadt: Von Schloss Hellenstein, einer Kombination aus Stauferburg und württembergischer Festung, bietet sich ein toller Ausblick über die ostwürttembergische Metropole. Weiter geht es durch schöne Mischwälder und über kleine Heiden in Richtung Eselsburger Tal. Es besteht aus einer Flussschleife der naturbelassenen Brenz. An seiner Hangkante leitet der Zoeppritz-Weg über traumhafter Landschaft entlang. Von der ehemaligen Burg Falkenstein kann das idyllische Panorama in voller Pracht genossen werden. Den östlichen Ausläufer der Heidenheimer Alb querend zieht die Route darauf dem Lonetal entgegen. Auf dessen Sohle liegt das Ziel der Etappe.
Etappe 14 | Lonetal – Langenau | 14,2 Km
Zwischen Bissingen und Stetten öffnet sich das stille Lonetal. Die Route folgt seinem Lauf nach Westen und durchstreift dabei gleich zu Beginn eine Wiege der Menschheit. In den hiesigen Karsthöhlen wurden eiszeitliche Artefakte wie der Löwenmensch gefunden. Sie zählen zu den ältesten gefundenen Skulpturen menschlicher Kunst und Kreativität. Im unbesiedelten, engen Tal lässt sich die Natur der Schwäbischen Alb nochmals in vollen Zügen genießen, bevor sich die Landschaft bei Setzingen grundlegend verändert. Der Südrand des Mittelgebirges ist erreicht. Voraus öffnen sich die Weiten des Donaumooses. Grüne Wiesen und Riede lassen die Blicke nach Süden über das Land schweifen. Dort bettet sich Langenau. Es liegt nordöstlich des Ballungsraumes Ulm und Neu-Ulm. Die schöne Innenstadt mit den historischen Gebäuden ist das Ziel dieser Tagesstrecke.
Etappe 15 | Langenau – Ulm | 19,6 Km
Heute soll ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Bodensee erreicht werden: die Donau. An ihr Ufer schmiegt sich eine Stadt mit reichhaltiger Geschichte. Obwohl Ulm eine Großstadt ist, hat sie sich den Charme der ländlichen Umgebung bewahrt. Die Natur ist durch den Fluss stets präsent. Die zunehmend dichte Besiedlung ist auf diesem Abschnitt selbstverständlich spürbar. Trotzdem sind Teile von schönem Wald und Aussichtspunkten gesäumt. Das erste Stück leitet von Langenau am Donauried entlang nach Elchingen. Das ehemalige Kloster besitzt eine belebte Vergangenheit und stand im Mittelpunkt der 1805 stattgefundenen Schlacht gegen die napoleonischen Truppen. Die topografisch erhöhte Position erlaubt weite Blicke über das Vorland. Bei Thalfingen beginnt der Abstieg an die Donau. Zunächst ist sie nur durch einen ruhigen Forst zu sehen, dann geht es direkt ans Gewässer. Es leitet bis kurz vor das Ziel, dem Rathaus von Ulm. Gleich dahinter erhebt sich das weltberühmte Münster. Zu seinen Füßen breitet sich die einladende Innenstadt aus. Ein besonderer Höhepunkt ist das Fischerviertel mit seinem mittelalterlichen Gebäudeensemble.
Etappe 16 | Ulm – Oberkirchberg | 11,7 Km
Alleine der Start ist schon ein Höhepunkt: Ulm, die Stadt an der Donau, die gemeinsam mit dem bayerischen Neu-Ulm eine Metropolregion am Südrand der Schwäbischen Alb markiert. Unzählige kulturelle und landschaftliche Attraktionen lassen den Abmarsch schwerfallen. Die sich anschließende Strecke nach Oberkirchberg ist geprägt von zwei Fließgewässern: dem erwähnten europäischen Strom und der zart anmutenden, manchmal aber gar nicht so ruhigen Iller. Entsprechend gering fällt der Höhenunterschied aus. Die Distanz ist einfach zu bewältigen. An ihrem Rand steht das imposante Kloster Wiblingen. Zumindest ein kurzer Besuch sollte eingeplant werden. Ziel sind die Tore des Fuggerschlosses Oberkirchberg. Diese Etappe ist kurz gewählt, um Freiraum für Besichtigungen und Einkehr zu lassen. Langstreckenaffine, die mehr Wert auf die Natur legen, können stattdessen die Folgeetappe bis Dietenheim mit dieser kombinieren.
Etappe 17 | Oberkirchberg – Dietenheim | 17,5 Km
Die Iller weist auch weiterhin grob die Richtung. Allerdings versteckt sich das Gewässer oft. Fortan tritt es nahezu nur noch in Form seines Tales in Erscheinung. Dafür dürfen die Blicke über weite, sonnige Fluren schweifen. Schattige Wälder bieten eine willkommene Abwechslung. Ebenso wie die kleinen Dörfer, in denen sich hin und wieder ein Plausch halten lässt. Die Strecke ist bezüglich der Aufstiegsleistung anspruchsvoller als die vorige. Dennoch kann sie als einfach bezeichnet werden. Lauschige Plätzchen und hübsche Kapellen bieten Gelegenheiten für Pausen. Das Ziel ist Dietenheim. Obwohl der HW4 nicht direkt durch die Stadt verläuft, ist der eine Kilometer Umweg lohnenswert. Bis ins nächste Etappenziel, Erolzheim liegt keine Siedlung mehr auf dem Weg. Die Natur wird sich zunehmend ruhiger erweisen. Oberschwaben lässt grüßen!
Etappe 18 | Dietenheim – Erolzheim | 20,0 Km
Oberschwaben zeigt sich gleich zu Beginn mit weitläufigen Wäldern. Sie gestalten die Route wenig spektakulär, dafür aber sehr still. Es bleibt reichlich Zeit zur Beobachtung der Wildtiere und für den Genuss der grünen Umgebung. Hin und wieder laden idyllische Orte zu einer Rast in erholsamer Ruhe ein. Noch einmal orientiert sich der Weg an der Iller, entfernt sich aber zusehends von ihr. Das Ziel, Erolzheim ist wenig bekannt. Die beschauliche Gemeinde wartet aber nicht nur mit einer reizvollen landschaftlichen Lage auf. Kulturelle Kleinode wie die Bergkapelle gestalten den Aufenthalt interessant und kurzweilig. Sollte genügend Zeit für einen kleinen Ausflug abseits des Weges bleiben, so ist das Kloster Bonlanden immer einen Besuch wert. Es ist fußläufig erreichbar. In der gepflegten Anlage können Durchreisende auf Wanderschaft auch übernachten.
Etappe 19 | Erolzheim – Füramoos | 21,9 Km
Der Abwechslungsreichtum könnte kaum größer sein. Zahlreiche landschaftliche und kulturelle Höhepunkte säumen diese Tagesstrecke. Schon der Auftakt ist traumhaft: Auf dem Frohberg thront über Erolzheim die Bergkapelle. Sie ist ein beliebtes Wallfahrtsziel. Von der erhabenen Position bieten sich schöne Ausblicke auf die Gemeinde und das Illertal. Bei klarem Wetter präsentieren sich die Alpen in all ihrer Schönheit. Sie werden fortan zum ständigen Begleiter am südlichen Horizont. Die Mitte der Distanz markiert Ochsenhausen. Das Bild der typisch oberschwäbischen Kleinstadt wird von der ehemaligen Reichsabtei dominiert. Allerlei gastronomische Angebote lassen die Überlegung keimen, die Reise hier für eine Nacht zu unterbrechen. Eine Klosterbesichtigung sollte in jedem Fall eingeplant werden. In Folge gestalten klare Bachläufe und grüne Flusstäler eine pittoreske Landschaft. Das letzte Stück ist geprägt von beschaulichen Ortschaften wie Rottum und Bellamont. Weite Fluren folgen auf das enge Flusstal. Ziel ist das 700 Einwohner zählende Füramoos. Die touristische Infrastruktur ist nicht mit der Stadt vergleichbar. Dafür punktet es mit ländlicher Gemütlichkeit. Außerdem liegt es taktisch klug für den Weitermarsch.
Etappe 20 | Füramoos – Haisterkirch | 13,9 Km
Neben der Strecke selbst sind es heute die kleinen und größeren Abstecher, die den Tag interessant gestalten. Die Landschaft ist typisch oberschwäbisch. Grüne Weiten werden von kleinen Wäldern und Rieden unterbrochen. Dazwischen liegen lose verstreut einzelne Gehöfte. Die Verbindungswege zwischen ihnen zeichnen den Verlauf dieser Etappe ab, die oft von Einsamkeit und Stille geprägt ist. Am Weiler Graben bietet sich die Möglichkeit zum Besuch der nach ihm benannten Anhöhe. Der markante Geländepunkt liegt nur wenige Hundert Meter abseits der Route. Von ihm kann das gesamte Wurzacher Ried mit der namensgebenden Stadt überblickt werden. Bei klarem Wetter bilden die Alpen einen traumhaften Hintergrund. Nicht weit entfernt steht inmitten weitläufiger Forste die Sebastianskapelle. Sie ist die höchstgelegene im Landkreis Ravensburg und ein echter Ruhepol. Ziel ist das beschauliche Haisterkirch. Es ist Teil von Bad Waldsee. Dessen historische Altstadt bettet sich tatsächlich zwischen zwei Gewässer und sollte unbedingt besucht werden. Sie ist in wenigen Minuten mit dem Bus, aber auch problemlos fußläufig erreichbar.
Etappe 21 | Haisterkirch – Wolfegg | 17,1 Km
Das heutige Ziel, Wolfegg bettet sich an einem Mäander der Ach. Das von ihr geschaffene Tal ist ausgeprägt und tief. Dies birgt zum Ende der Strecke einen steilen Aufstieg zur Überschreitung seines Rückens. Dafür kann gegen einen kleinen Umweg eine Belohnung eingefordert werden: Vom Aussichtspunkt Süh lässt sich die traumhafte Landschaft überblicken. Der Auftakt gestaltet sich hingegen völlig unterschiedlich: Abgesehen von den ersten Metern nach Haisterkirch, ist er von ruhigem Wald und schönen, stillen Wegen geprägt. Die schattigen Forste weichen in der zweiten Hälfte der typisch oberschwäbischen Hügeltopografie. Die aufgrund ihres Heilklimas als Kurort anerkannte Gemeinde Wolfegg wird von ihrem Schloss dominiert. Es formt ein wundervolles Ortsbild. Das ansässige und fußläufig erreichbare Freilandmuseum bietet Gelegenheit, mehr über die Entstehung der oberschwäbischen Kulturlandschaft und das hiesige Leben im 19. Jahrhundert zu erfahren.
Etappe 22 | Wolfegg – Waldburg | 11,1 Km
Die kurze Distanz bietet Gelegenheit, um die Umgebung und ihre Attraktionen zu erkunden. Neben der abwechslungsreichen Landschaft ist dies besonders die über dem gleichnamigen Ziel thronende Waldburg. Sie besitzt eine reichhaltige Geschichte, die bereits unter den Staufern eine Blütezeit hatte und beherbergt heute ein interessantes Museum sowie einen Biergarten. Weil die Anlage nie zerstört wurde, gehört sie zu den am besten erhaltenen in Oberschwaben. Die Strecke dorthin ist von schöner Natur in Höhenlage geprägt. Sie verläuft stets an der Marke von 700 m über Normalnull. Einige hübsche Kapellen säumen den HW4 und gestalten das Bild landestypisch. Hinter dem Tal der Wolfegger Ach durchstreift er stille Forste. Sie prägen die zweite Etappenhälfte. An ihrem Ausgang öffnet sich ein erster Ausblick auf Burg und Gemeinde Waldburg. Das Panorama ist traumhaft! Ziel ist der Dorfplatz vor dem Rathaus, gleich zu Füßen der Festung.
Etappe 23 | Waldburg – Tettnang | 19,4 Km
Waldburg bettet sich auf den Höhenrücken zwischen Schussen und Argen. Dieser ist zur Bodenseeregion geneigt. In der Tagesbilanz steigt die Etappe daher 250 Höhenmeter ab. Dies sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass in der bergigen Topografie Oberschwabens auch Anstiege zu bewältigen sind. Dafür gestalten die sanften, grünen Hügel und Täler die Landschaft wieder sehr interessant. An einigen Stellen kann sie von Aussichtspunkten überblickt werden. Der schönste ist kurz vor dem Ziel die Brünnensweiler Höhe. Das Gesamtziel, der Bodensee liegt ihr zu Füßen, während die Alpen am Horizont eine spektakuläre Kulisse bilden. Auf halber Strecke befindet sich Bodnegg. Das Ortsbild ist von der barocken Pfarrkiche geprägt. Sie thront auf einem Berg über der Gemeinde. Ab hier öffnen sich die Gefilde. Die engen Täler machen weiten Flächen Platz. Tettnang ist bekannt für hochwertigen Hopfen. Dies zeigt sich an vielen Gärten, in denen die Bierzutat auf meterhohen Drahtgerüsten gedeiht. Zwischen einigen leitet der Weg hindurch. Endpunkt dieser Teilstrecke ist vor dem Rathaus. Das hübsche Gebäude mit den Zinnengiebeln steht am Rande der Altstadt vor den Toren des Neuen Schlosses.
Etappe 24 | Tettnang – Friedrichshafen | 12,7 Km
Die Abschlussetappe ist einfach zu gehen und lässt genügend Raum zum Betrachten der sich wandelnden Landschaft. Gleich zu Beginn bietet das Neue Schloss einen tollen Auftakt. Vom erhöhten Vorplatz an seiner Südwestseite lässt sich die Umgebung betrachten. Sie ist geprägt vom Hopfenanbau. Die typischen Gärten säumen einen Teil der ersten Weghälfte. Weite, sonnige Flächen sind vorherrschend. Auf einer historischen Holzbrücke gilt es den Fluss Schussen zu überqueren. Dahinter schließt sich der Seewald an. Er reicht bis an den Stadtrand von Friedrichshafen und verspricht trotz der unmittelbaren Nähe zur Metropole noch reichlich Natur. Die letzten Meter verlaufen am Bodenseeufer. Von der Rotachmündung kann auf das Ziel geblickt werden. Der Hafen und die herrliche Promenade sind schon zum Greifen nahe. Sie lädt zu einer gemütlichen Einkehr in einem der zahlreichen Cafés und Restaurants ein. Der Endpunkt des Main-Donau-Bodensee-Wegs befindet sich gleich dahinter am Yachthafen, unweit des Bahnhofs Friedrichshafen Stadt.

















